Götter in Weiß

Der gute Etienne Sauzet ist schon lange tot. Er starb 1975, als in Frankreich der erste Schnellzug TGV fuhr, die Ölkrise gerade zu Ende ging und Valerie Giscard d'Estaing sich vorbereitete, das Präsidentenamt von General Pompidou zu übernehmen. Giscard d'Estaing lebt übrigens immer noch.

In Frankreich verändert sich manchmal sehr schnell sehr viel. Die Franzosen haben dafür die Revolution erfunden. Das radikale Ändern betrifft alle Bereiche des Lebens. Nur den Weinbau nicht. Der ist bei den Galliern seit bald 600 Jahren ein Stück Hochkultur, an dem nicht gerüttelt wird. Wein trinken auch linkslinke Revolutionäre, die seit 1968 bei den Winzern von Verstaatlichungsplänen absehen wollen, sollten sie und der Kommunismus irgendwann doch einmal irrtümlich an die Macht kommen. Und nein: Das ist kein Scherz.

Die Montrachets: eine Welt für sich

Bordelais und Burgund sind zwei der ältesten Weingegenden der Welt, Hier wurde das Holzfass zum Stilmittel kreiert; im Burgund jede Einzellage zum kleinen Königreich erhoben. Und das zu einer Zeit, als sich Katholiken und Protestanten im Land die Schädel einschlugen. Wie gesagt: den französischen Weinbau kann wenig tangieren. Er ist eine Welt für sich. 

Eine Welt für sich ist auch das Weingut Etienne Sauzet in Puligny-Montrachet. Nach dem Tod des Weingutsgründers Etienne übernahm sein Schwiegersohn Gerard Boudot das Zepter im Betrieb. Und weil der auch nicht mehr der Jüngste ist, teilt er die Macht mit seiner Tochter Emilie und ihrem talentierten, von der Loire stammenden Ehemann, den Önologen Benoit Riffault - das Trio zählt zu den berühmtesten Weinmachern des Burgund.

Handschrift und echt geile Lagenparzellen

Das liegt nicht nur an der ausgefeilten Kellertechnik, der Handschrift, die ebenso die ökologisch vorzeigbare Weingartenarbeit prägt; das liegt auch an den Parzellen, die das Weingut Sauzet bewirtschaftet. Etwa jene in Bâtard-Montrachet und Bienvenues-Bâtard-Montrachet. Alle freilich nur Grand-Cru-Lagen. Dann hat Sauzet auch ein paar Stöcke in Chevalier-Montrachet stehen. Und selbstredend auch in Montrachet-Montrachet, dem Kern des Großen. Dieser kleine Landbesitz ist etwa so viel wert, wie eine große Villa an der Côte d'Azur – also eigentlich unbezahlbar.

Logisch also, dass die (wenigen) Weine aus diesen (kleinen) Parzellen sehr begehrt sind – überaus begehrt sogar. Logisch auch, dass wir bei KATE & KON uns ein paar Flaschen dieser Weine aus dem aktuellen Jahrgang 2017 sichern konnten. Das liegt an der exzellenten Geschäftsbeziehung, die wir zum Weingut Etienne Sauzet pflegen. Und das schon seit dreißig Jahren.

Extrafeiner Einstiegswein

Gut, zugegeben, die Bâtards, Chevaliers und der Montrachet sind etwas teuer. Doch Achtung: Jedes Weingut von Rang und Namen macht auch exzellente Einstiegsweine. Bei Etienne Sauzet ist das der Ortswein, die Lagencuvée aus Puligny-Montrachet – auch der ein großer Burgunder. Beeindruckend sind auch Sauzets beiden irrtümlich als schlicht geltenden Bourgogne-Weine, denn da, am Boden der Menge und nivellierenden Realität, zeigt ein Winzer so richtig was er kann - und der hier kann viel.

Wie bei allen großen Winzern ist einiges unerklärlich und soll wohl auch gar keine Erklärung finden. Wie etwa kriegen die bei Sauzet diese Eleganz und Delikatesse hin, diesen Ton des Holz, der so irre unaufdringlich ist, wie man es nur von Frankreich, und so nur von Sauzet kennt? Was machen die dort anders?

Vielleicht nichts, vielleicht machen sie das Richtige nur eben schon ein paar Jahrhunderte länger. Wie auch immer: Die Raritäten von Sauzet sind ab sofort in unserem Lager. Und wir schicken diese wertvollen Gebinde gerne in ihren Keller. Behütet wie ein Augapfel. Beschirmt vom Schatten uns'rer Flügel.

Hier geht es zu den Weinen von Domaine Etienne Sauzet