Mythos Tement: IZ

Die stetige Auseinandersetzung mit dem Weinberg, mit der Vinifikation und der Entwicklung der Weine hat das Weingut Tement dahin geführt, wo es heute steht, sie spielen in der Championsleague. Ein bemerkenswerter Schritt in dieser Entwicklung war das Projekt IZ. Die Idee entstand im Herbst 2005. Dieser Wein liegt in der Vinothek des Weingutes.
IZ steht für Interzelluläre Gärung ein Verfahren was im Weißwein sehr unüblich ist. Dabei werden die ganzen Beeren händisch im Weingarten vom Stilgerüst gezupft und die unverletzten Beeren in geschlossene 500l Edelstahltanks gelegt. Bei diesem Verfahren zeigt sich auch ganz am Anfang schon, dass nicht jeder Jahrgang die Vorraussetzungen für einen IZ Wein hergibt, denn man benötigt robuste, kleinbeerige Trauben. Im Tank müssen die Beeren mit CO2 überdeckt werden, damit Essigbakterien und Pilze die Vergärung nicht negativ beeinträchtigen. Nach einigen Tagen beginnt in den Beeren die Gärung. Der Prozess dauert länger als eine normale Gärung, da für die Hefe der Zucker nicht sofort verfügbar ist und Enzyme die Zellen im inneren der Beere langsam aufschließen. Nach 70 bis 100 Tagen haben die Beeren 7 - 9 % Alkohol aufgebaut. Mehr Zucker haben die Hefen in der Beere nicht erreicht. Nun wird der Tank geöffnet und die unverletzten Beeren, die sehr frisch aussehen werden gepresst. Der Geschmack der Beeren zu diesem Zeitpunkt beschreibt Armin Tement als “leicht prickelnd, süßes aber auch herbes Kosterlebnis”. Beim Pressen wird der restliche Zucker der Beeren freigesetzt und der leicht gärende Jungwein kommt dann direkt ins Fass und bleibt dort für etliche Monate. 2005 waren es 16 Monate, 2012 schon 4 1/2 Jahre. Die komplette Hefe bleibt während dieser Zeit beim Wein, er wird nicht bewegt und hat bis dahin auch keinen Schwefel gesehen. Am Ende, wenn der Wein in die Flasche kommt erhält er eine Schwefelgabe.
Doch was bringt nun diese aufwendige Vinifikation?

Armin Tement: “Die extrem lange Vergärung und Mazeration der Beeren schließt Informationen von Weinberg, Rebsorte und Jahrgang in einer Hülle auf, die der normale Wein nicht hat, ob das nun gut ist oder nicht. Dann reduziert die Zeit diese Informationen wieder auf das Wesentliche.”

Das IZ Verfahren der Tements lehnt sich an der maceration carbonique an, die bei der Rotwein Maischegärung eingesetzt wird. Es wurde aber hier eine Innovation ausgeklügelt, die ein ganz anderes Ziel verfolgt. Dieses Verfahren bei Weißwein einzusetzen und die Vergärung und Extraktion in die Länge zu ziehen ist ein spannender wie cleverer Schachzug. Innovative Vinifikationsverfahren die in den letzten 30 Jahren entwickelt wurden, dienten stets der Manipulation des Weines, der Winzer nimmt Einfluss und verändert ihn in eine gewünschte Richtung. IZ ist aber von den Tements entwickelt worden, um die Herkunft der Lage Zieregg im Wein herauszustellen.

Armin Tement spricht beim IZ von einem wichtigen Meilenstein für die Familie im Verständnis von Herkunft und Vinifikation. Das bedeutet nicht, dass alle Weine so vinifiziert werden, aber es hat die Einstellung zum Zeitpunkt der Schwefelung verändert und das Verständnis über die Vorgänge bei der Fasslagerung der Weine vertieft. Der Zieregg IZ braucht Zeit, seine Phenolstruktur durch den langen Beerenkontakt ist da, aber die schonende Extraktion hat dem Wein etwas pures gegeben. Er besticht durch enorme Konzentration, hohen Extrakt und hält dabei die Leichtigkeit, Finesse und Balance. Die Aromen sind wild und dennoch erinnern sie an den Zieregg wie man kennt mit seinen Muschelkalk Böden. Der Wein bleibt sehr lange am Gaumen, Mineralität, leichte Salzigkeit und komplexe animierende Frucht schwingen nach. Man spürt hier die Energie eines großen Weines. Der momentan aktuelle Jahrgang IZ ist 2012 und er ist restlos vergriffen. Der nächste IZ wird 2015 sein und voraussichtlich Ende des Jahres auf dem Markt kommen. Sie können gerne Ihr Interesse bei uns durchgeben, lange auf dem Markt wird dieser Wein nie sein. Wer etwas haben möchte sollte bitte eine E-Mail mit einer Anfrage senden an: bestellung@kateandkon.com

Tement Blanc
Armin Tement betont, dass der IZ Wein eine wichtige Errungenschaft für das Verständnis mit dem Umgang mit Trauben aus all ihren Rieden und Weinbergen gebracht hat. Wenn man es auf den einfachen Tement Blanc, einer der einfachsten Weine im Portfolio herunterbricht, dann merkt man was hier geschehen ist. An einen einfachen ehrlichen Wein wird seitens der Familie Tement herangegangen, wie an ein großen Lagenwein. Ein gekonntes Spiel mit Reduktion und Spannung in den Aromen, wie man es selten antrifft. Tement Blanc ist ein Cuvée aus 60% Sauvignon Blanc, 20% Weißburgunder, 20% Welschriesling und einem Schluck Gelber Muskateller. Ein Abbild dieser schönen Region, ein Ausdruck der Berglagen und der Esprit der spitz zulaufenden kalkigen Hügel. Der Wein verfolgt die gleichen aromatischen Herkunftselemente wie die großen Weine: Frische, Komplexität, eine Energie, Sauvignon Blanc geprägt von seiner Herkunft und eine feine Balance. Natürlich übertrumpfen die Rieden- und Ortsweine den Tement Blanc in Sachen Tiefe, Eigenheit und Prägung bei weitem ,aber es wird klar welcher Weinwert mit dem Tement Blanc eigentlich im Glas ist. Eigentlich sollte jeder eine 12er Kiste dieses Weines im Hause haben, denn das ist wirklich guter Wein – für nicht viel Geld! Bitte einfach einmal ausprobieren! Kostet 11,50 Euro pro Flasche.


Parzellenkollektion
Suchen Sie ruhig im Internet, sie werden Treffer bezüglich „PARZELLENKOLLEKTION TEMENT“ finden, aber nirgendwo wird etwas zu kaufen sein. Exklusiv bei uns, durch die enge Verbundenheit von KATE & KON und Tement gibt es noch einige dieser raren Kisten. Insgesamt gab es die Tement Parzellenkollektion bisher einmal und das in 2015. Armin Tement hat keine in 2016 herausgebracht und ob 2017 es eine geben wird ist noch unklar.

Die Weine in dieser Kiste stammen alle aus der Lage Zieregg. Das ist die wichtigste und herausragendste Lage im Weingut, die Herkunft mit der größten Komplexität, Tiefe und Eleganz. Zieregg ist in 16 Parzellen unterteilt, neben jeweils einer Parzelle Morillon, Welschriesling und Weißburgunder steht in den restlichen 13 Parzellen der Sauvignon Blanc. Die Familie Tement baut die einzelnen Parzellen immer separat aus. Im Spitzenjahr 2015 zeigte man das erste Mal in der Weingutsgeschichte die unterschiedlichen Einflüsse des Terroirs auf den Sauvignon Blanc innerhalb des Ziereggs. Die Sauvignon Blanc Parzellen „Steinbruch“, „weiße Wand“ und „Dreieck“ wurden separat gefüllt und in der Holzkiste als limitierte Kollektion angeboten. Es gibt nur noch wenige Kisten, also zugreifen!

Stephan Reinhardt hat vor einigen Wochen euphorisch über die Tement Weine im Wine Advocate geschrieben. Wir haben einige der hoch bepunkteten Weine noch einmal separat aufgeführt.