BIO ... ein Trend?

BIO ... ein Trend oder das neue Synonym für Qualität. Wenn man sich so umschaut, gibt es bald fast nichts mehr, was nicht BIO ist. So wenige Gedanken wir uns einst über die Herstellung unserer Nahrung und Getränke gemacht haben, so fanatisch sind wir heute darauf, dass unsere Lebensmittel mit BIO gekennzeichnet sind. Ein Trend, der auf der einen Seite von einer bewussten und somit positiven Entwicklung zeugt, aber auf der anderen Seite auch wieder nur eine Art Beruhigung unseres schlechten Gewissens ist. Denn wer beschäftigt sich denn schon wirklich mit diesem Thema? Wer kann behaupten erklären zu können, was BIO überhaupt bedeutet? Machen wir uns Gedanken darüber, woher die Dinge kommen, die wir unserem Körper zufügen oder wie sie produziert wurden? Hinterfragen wir? Eigentlich kommt einem das nicht so vor. Eines ist ganz klar, BIO ist kein Qualitätsmerkmal im eigentlichen Sinne, aber dafür eine Grundvoraussetzung für guten Geschmack.

Natürlich ist es wichtig, eine Kennzeichnung zu haben, um es für den Konsumenten einfacher zu gestalten, aber trotzdem wird dieses Zeichen den Käufer nicht davor bewahren, sich mit dem eigentlichen, sehr speziellen Produkt zu beschäftigen und da sind wir wieder beim Problem der Faulheit, dazu haben wir natürlich weder Lust noch Zeit. Beim Wein ist BIO inzwischen ein riesen Trend geworden. Gut für die Winzer, die auf diesen Zug aufspringen konnten, aber etwas lächerlich für jene Produzenten, die seit jeher nachhaltig arbeiten und zwar aus einem einzigen Grund: Man wird keinen großen Wein ins Glas bekommen, wenn man den Weingarten vorab mit Pestiziden verseucht und im Keller wild um sich schlägt. Sowie man auch kein gutes Fleisch in die Pfanne bringen wird, wenn man die Tiere vorher mit Chemie vollstopft. Das ist eigentlich logisch, oder? Trotzdem ist es wichtig, dass jeder erkennen kann, wo BIO drin ist, um zumindest die Chance zu haben, nachhaltig einzukaufen. Daher ist der Trend ein Guter, aber natürlich kein Garant für Top-Qualität im geschmacklichen Sinne – hier werden wir uns wohl nach wie vor mit dem Produkt beschäftigen müssen, dieses probieren müssen, um am Ende eine Entscheidung zu treffen. Eigentlich blöd, dass es nicht auch noch jemanden gibt der uns den Geschmack abnimmt?! Aber mal ehrlich, wenn wir unseren Kleiderschrank befüllen, laufen wir stundenlang durch Geschäfte, schmökern in den Onlineportalen und lassen uns beraten, bis wir dann bereit sind, viel Geld für das Teil auszugeben, welches zu uns passt. Schade, dass wir bei jenen Dingen, die wir unserem Körper beinhart zufügen, nicht bereit sind, ein bisschen mehr Zeit zu investieren.