Obertrumm

Eine kleine Geschichte eines großen Aufstiegs. Oder: Wie Jürgen Trummer sein elterliches Weingut zum Gipfel südsteirischer Weine führte.

Zuerst fährt man rauf. Um dann runterzuschauen. Das ist in der Gegend üblich. Sie ist steilhügelig. Vom wohlfeilen Buschenschank des Weinguts Trummer in der Südsteiermark sieht man aber nicht wie sonst in der Südsteiermark auf pittoreske Hügel mit dramatischen Steillagen, sondern auf den Autobahn- und Bundesstraßengrenzübergang zwischen Österreich und Slowenien. Die große Kontrollstelle ist nun wirklich keine Schönheit, die einzige Attraktion dieses Blicks waren früher - als Slowenien noch kein Teil des Schengen-Raums war - die langen Autokolonnen des Urlauber-Reiseverkehrs. Doch diese Zeiten sind lange vorbei. So sieht man von den Trummers heute nun auf die leeren Häuschen der abgezogenen Zollbeamten. Und auf die Duty-Free-Meile neben der Betonpiste.

Diese Grenze, die weiter westlich auf den Plateaus des Weingebiets immer noch Straßen teilt, ist Sinnbild des wirtschaftlichen Irrsinns, den nationale Grenzziehungen meistens mit sich bringen. In der Südsteiermark wurde 1919 das größte österreichische Weinbaugebiet - das Weinbaugebiet Steiermark, wie es damals lapidar hieß - zerschnitten. Und nur ein kleiner Teil blieb in Österreich – immerhin ein Teil mit sehr guten Lagen. Der Teil, der Jugoslawien zugesprochen wurde, verfiel vor allem in den Achtzigerjahren des letzten Jahrhunderts rapide, während der Weinbau in der Südsteiermark zu jener Weltgeltung zurückfand, die er vor dem ersten Weltkrieg hatte. Nach der Gründung Sloweniens, 1991, wurde in den slowenischen Teil der Gegend investiert und heute ist die Gesamtregion zunehmend wieder im Gesamten erkennbar. Nicht Friede-Freude-Eierkuchen. Aber eine Koalition der Willigen.

Rauf in die erste Liga

Die Trummers zählen mit 6 Hektar Rebfläche zu den kleineren Winzern in der Südsteiermark. Jürgen Trummer übernahm schon mit Anfang Zwanzig das Weinmachen im elterlichen Weingut und mutierte das Weinmachen zum Qualitätsweinmachen. Zur Freude der Eltern, die sich jetzt mit aller Kraft und vor allem Liebe um den hervorragenden Buschenschank kümmern.

Der Buschenschank der Trummers ist mit Sicherheit der beste Ort, die Weine des Weinguts auszuprobieren. Da wir von KATE & KON nicht der ganze Buschenschank einpacken und liefern können, handeln wir mit den Weinen der Trummers, die aus der ohnehin sehr guten zweiten Reihe der Regionswinzer vehement in die erste Liga, in die Liga der Exzellenz, aufsteigen. Oder besser gesagt: schon aufgestiegen sind. Wie bei vielen exzellenten Weinen üblich, gibt es auch von den Weinen der Trummers nicht genug. Daher: schnell zuschlagen!

Oben am Obegg

Etwa bei 2013er Sauvignon Blanc Obegg-Reserve. Ja, warum nicht gleich mit einem gereiften, gehaltvollen, gewichtigen und herausfordernden Wein einsteigen? Obegg? Was ist das? Die Trummers leben quasi am Obegg, und „die Obegg“ ist eine Lage, die sensationell und trotzdem kaum bekannt ist. Was zeichnet den Hügel namens Obegg aus? So wie alle Lagen der Trummers liegt auch die Lage Obegg steil abfallend. Und zwar nicht nur südöstlich in Richtung der oben erwähnten Autobahn, sondern auch südlich bis südwestlich in Richtung Slowenien. Die Lage Obegg bildet - wenn man von Spielfeld aufsteigt – die Vorhut zu den Lagen Hochgrassnitzberg und Zieregg, die bekannter sind als die Obegg und lediglich kleinklimatische Unterschiede aufweisen. Was die Lage Obegg aber in diesen Hügeln voll guter Lagen so besonders macht, ist der hohe Kalkgehalt ihrer Mergelböden. Und Kalk macht auch die Weine der Trummers etwas burgundischer.

Der 2013 Sauvignon Obegg-Reserve von Trummer ist eine Überwältigung. Das Holz ist da: man schmeckt es nicht. Die Säure ist da: sie garantiert, hervorragend eingebunden, Langlebigkeit. Die Wucht ist da: die Eleganz hat Vorrang. Dieser Wein ist am Beginn seiner Trinkphase. Und diese wird – Hallelujah – 20 Jahre dauern. Dieser Sauvignon zeigt, was die Steiermark früher schon konnte, was sie früher war und jetzt ist: eines der bedeutendsten Weißweingebiete der Welt - und eben nicht nur für junge, spritzige, leichte Weine.

Aufbewahren? Gleich trinken? Am besten beides!

Bleiben wir auf der Obegg. Und kosten die etwas kühlere und ebenso bombastische Sauvignon-Reserve aus 2011. Trotz des Alters tut dem Wein eine Stunde Luft sehr gut. Und allzu kalt sollte er nicht getrunken werden, wenn man das Bukett aus Wiesenkräuter, den leichten Akazienhonig und die Nüsse riechen und schmecken will.

Aus 2015 liegt bei KATE & KON der Morillon Obegg im Keller, ein Chardonnay, der sich - trotz ähnlicher Machart - von großen Burgundern dadurch unterscheidet, dass er eine Spur floraler und salziger ist. Die Creme und das Gewicht hingegen ähneln Kelterungen aus Meursault und den Montrachets.

Von den tieferen Lagen stammt der Sauvignon Spielfeld aus 2017: ein Wein, der für das frühere Trinken gekeltert wurde und tatsächlich früh getrunken werden kann: also schon jetzt. Aber Jürgen Trummer, grade 27 Jahre alt, hat auch hier – er kann halt nicht anders – wieder einen Kraftlackl gefüllt, dem ein paar Jahre im Keller nicht schaden. Zehn Jahre? Nein, mehr. Also gleich trinken – wir leben ja nicht ewig. Und zwei Flaschen weglegen – im Glauben, dass wir ewig leben.

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