MON AMI

Mon Ami

Für all das, was folgte, markiert ein Datum den Beginn, der 24. Mai 1976. Da trafen sich in Paris auf Einladung des britischen Weinhändlers Steven Spurrier ein Dutzend französische Spitzenwinzer, etliche britische und französische Weinkritiker (damals DIE Kritiker-Elite der Welt) und zwei Handvoll kalifornischer Winzer, die sich mit einem Haufen hochnäsiger, arroganter Franzosen und Briten konfrontiert sah.

Spurrier wollte ausloten, was schon seit einigen Jahren als Gerücht in der Weinszene Verbreitung fand: ob die neuen kalifornischen Weine mit den größten der französischen Spitzenweine Schritt halten können. Denn die Meinung, dass sie es können, fand in der damals noch überschaubaren Weinszene eine immer unüberschaubarere Menge gleich lautender Kommentatoren.

Die Franzosen gaben sich siegessicher, die britischen Weinkritiker applaudierten ihnen, die Weine wurden „blind“ serviert, also verdeckt ins Glas eingeschenkt. Das Ergebnis veränderte die Weinwelt, denn die Franzosen landeten allesamt auf den Plätzen, die Kalifornier siegten überragend. Diese legendäre Verkostung ist auch deswegen so bedeutend, weil sie einen Konsumentenanwalt namens Robert Parker derart aufrüttelte (und empörte), sodass er beschloss, die Meinungsführerschaft der britischen Weinpresse zu beenden. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Christian Moueix war damals 30 Jahre alt und noch kein großer Name im Weingeschäft. Das sollte sich bald ändern, denn Moueix wählte knapp fünf Jahre später einen bislang unbekannten Beruf, der das Weingeschäft, auch das der Spitzenweine, massiv veränderte, er wurde „Flying Winemaker“, ein Önologe also, der gleichzeitig auf mehreren Weingütern bestimmend tätig ist. Dass dieser Beruf und Moueix so erfolgreich wurden, lag auch an der britischen Finanzzeitschrift „Economist“, die Ende der Achtzigerjahre den hierzu entscheidenen Satz postulierte, den Anlagetipp „Invest in Wine“.

Christian Moueix hielt damals nichts vom Beleidigtsein vieler großer französischer Châteaubesitzer, die sich nicht mit dem Ergebnis der Pariser Verkostung abfinden wollten – auf die Kaufentscheidungen ihrer alten Käuferschicht hatte das Pariser Summit ohnehin keine Auswirkung. Moueix ahnte, was schon bei den neuen Weinen der toskanischen Region Bolgheri sichtbar wurde: ein neuer Markt war am entstehen, viele junge Leute wollten neue Weine und Kalifornien hatte seit der 1976er-Verkostung, die in den Medien über Wochen breitgetreten wurde, einen guten Namen. Bordeaux und Burgund, das war das Gestern. Napa und Sonoma, das ist das Morgen.

Dass es dann nicht so gekommen ist, dass sich der französische Spitzen- und Qualitätsweinbau reformieren konnte, das ist auch ein Werk Christian Moueix', denn er machte das einzig logische: die Konkurrenten zu Partner und in Frankreich selbst für neue Kultweine zu sorgen.

Genau dieses Tun macht Moueix heute zu einem großen Namen im Weingeschäft. Nicht nur, dass er seit über 30 Jahren für Chateau Petrus verantwortlich zeichnet, den wohl bekanntesten Pomerol aus dem Bordeaux, ging er 1982 auch nach Kalifornien, um dort mit den Besitzern des Weingutes Ingelnook einen Weinberg namens „Napanook“ (alles alte indianische Namen) neu zu beleben und dort die Trauben für einen neuen Rotwein im Spitzensegment, den Dominus, zu ernten. Mit dieser Art französisch-amerikanischen Projekt war Moueix aber nicht der erste, denn die Familien Rothschild und Mondavi hatten ein paar Monate davor ihren „Opus One“ aus der Taufe gehoben. Wenn nicht der erste, dann der bessere, dachte Moueix. Und ja, das hat er hingekriegt.

Wir bei KATE&KON können uns heute glücklich schätzen, jedes Jahr ein paar Dutzend Flaschen Dominus auf die Seite gelegt zu haben und so heute auch eine Jahrgangsiefe von 2001 bis 2016 anbieten zu können – der 2001er ist gerade ganz wunderbar zu trinken, man darf die Superlative atemberaubend bemühen.

Dominus, das ist immer ein Cuvée, die meistens zu ungefähr 80% aus Cabernet-Sauvignon besteht, die Moueix dann mit ein bisschen Cabernet-Franc und Petit-Verdot vermischt. Es ist also ein fruchtbetonter, gewichtiger Wein, der in letzten Jahren eine ein bisschen femininere Note bekommen hat. Aber klar: Dominus ist ein Mannsbild und Dominus braucht Zeit. Wir haben ihm diese Zeit gegeben, Zeit für Sie, zuzuschlagen.

Neben dem Dominus, keltert Moueix' US-Estate auch noch zwei andere Weine, die man – den einen mehr, den anderen weniger – als Einstiegsweine in die Dominus-Welt verstehen kann - was beide Weine aber letztlich nicht sind.

Da ist zuerst „Ulysses“, der, so wie Dominus, vorrangig aus Cabernet-Sauvignon gekeltert wird, dem ein paar Liter Cabernet-Franc und Petit-Verdot beigemischt werden. Die Machart ist derart ähnlich, dass man schnell nach dem Unterschied fragt, der dann in den Weingärten liegt, die hier an die schon legendären Dominus-Weingärten anschließen. Dominus: das ist altes Terroir. Ulysses: das ist neues Terroir, gerade vor ein paar Jahren erschlossen.

Und so nahe die Weingärten beieinander liegen, so unterschiedlich ist dann doch das Mikroklima, dass den Ulysses-Lagen kältere Winter und wärmere Sommer verschafft. Das macht den Ulysses zu einem an den Rändern extremistischeren Wein, der Frucht und Kraft einen Tick stärker eintütet als der Dominus. Das wieder bedeutet, dass der Ulysses der amerikanischere Wein ist und so auch – das kann man ruhig sagen – der hier kulturell mehr beheimatete Wein. Will man einen richtig großen, richtig kalifornisch-amerikanischen Wein, so ist es der Ulysses, der - nebenbei gesagt – gut 40-60 Jahre im Keller liegen kann. Mindestens. Ein Ausnahmewein also.

Und dann hat Moueix' Estate auch einen Wein namens „Othello“ im Programm, wieder den gleichen Blend (Cabernet-Sauvignon, Cabernet-Franc und Petit-Verdot), die Trauben aber fast ausschließlich von jungen Reben. Der Ohtello ist unglaublich viel Wein für erstaunlich wenig Geld. Er ist aber nicht wie ein so genannter Einsteigerwein oder wie ein Zweitwein gekeltert – es handelt sich auch nicht um solche – sondern wie ein Wein, der schneller trinkreif sein soll. Er hat also weniger Zeit im Barrique erfahren und präsentiert sich nach einer Stunde Luft jetzt schon grandios trinkbar. Und er macht gleich Ahnung, wie der trinkreife Dominus schmecken wird. Ein bisschen mehr Wumms dazudenken, und man kriegt den Gaumen für.

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