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Château Grillet. Kann sein, dass Sie noch nie von gehört haben. Das wäre auch kein Wunder, denn die Weine von Grillet sind extrem selten, das Weingut hält lediglich rund drei Hektar Weinberge in Besitz und veröffentlicht jedes Jahr, je nach Möglichkeit des Jahrgangs, 12-15000 Flaschen. Also so gut wie nichts. Und von diesem Nichts haben wir von KATE&KON ein paar Kisten gesichert. Exklusiv für unsere Kunden.

Haus, Keller und Weinberg von Grillet liegen an der Rhône, wenig südlich einer Stadt, die Vienne heißt (aber mit Wien nichts gemeint hat). Die Rhône ist ein schwer traditionelles, aber höchst eigenes Weinbaugebiet. Es zählt zu den großen und prominenten französischen Weinbaugebieten (Bordeaux, Burgund, Loire, Elsass, Champagne, Bandol), kann aber mit ein paar deutlichen Unterschieden punkten. Zuerst die Lage: An der Rhône befinden sich die steilsten Weinhänge Frankreichs, die an die Mosel, den Rheingau oder das Douro-Tal erinnern. Und die Weinregion liegt direkt im Anschluss an Frankreichs wichtigstes Industriezentrum Lyon. Hier schließt fast nahtlos eine überurbanisierte Boom-Region (mit rund fünf Millionen Einwohnern) an ein pittoreskes, verglichen gering besiedeltes Weinbaugebiet an. Das führt seit Jahrzehnten dazu, dass die Exportquote von Rhôneweinen, verglichen mit anderen französischen Weinbaugebieten, eher gering bleibt, weil man die Weine meist in der großen urbanen Nachbarschaft und in Frankreich selbst trinkt. Rhôneweine tauchen selten bei Discountern auf.

Die Rhône: das neue Exzellenzgebiet Frankreichs

Und die Weinbauregion Rhône hat vor etwa 15 Jahren auch eine richtig gigantisches Experiment gewagt: die fast gänzliche Umstellung auf biodynamischen, biologischen oder naturnahen Weinbau – etwas, das in Frankreichs anderen Weinbaugebieten erst Schritt für Schritt geschieht. Verantwortlich dafür sind zwei Männer: der Radikalönologe Nicolas Joly und der Weintester Robert Parker. Joly war es, der große Häuser wie Chapoutier oder Guigal in der Umstellung begleitete; Parker erkor die Rhône (und vor allem die großen Wein Guigals) Ende der 1980er-Jahre zu jenen Kreszenzen, die er gegen das Bordelais ausspielen konnte. Er gab vielen Rhôneweinen sehr hohe Punkte und sorgte für einen kleinen Exportboom im Fine-Wine-Bereich. Vor allem aber sorgte er für Konkurrenz im damals befriedet schlafenden französischen Weinbau.

Château Grillet, das kleinsten, namhafte Weingüter an der Rhône, ging 2009 in den Besitz der prominenten Unternehmerfamilie Pinault über, die vor allem an den Möglichkeiten des Rufs von Grillet interessiert war, denn eine Menge Geld kann man mit Grillet aufgrund der geringen Größe sicher nicht verdienen.

Château Grillet hat einen – vor allem in Frankreich – extrem guten Ruf. Schon zu Zeiten, als Thomas Jefferson amerikanischer Botschafter in Paris war (und einer der ersten großen Weinkenner der Welt wurde), also Ende des 18ten Jahrhunderts, zählte Grillet – eben durch Jeffersons Aufmerksamkeit – zu den bekanntesten Weingütern der Welt – trotz der auch damals schon nur wenigen Flaschen. Jefferson holte mit seinem Partner, den in die USA ausgewanderten toskanischen Conte Mazzei, ein paar tausend Gebinde an die Ostküste der damals noch kleinen und neuen Vereinigten Staaten.

Retter Pinault

Diese Exzellenz und der Ruf von Château Grillet geriet aber mit den Jahren in den Hintergrund, schlicht weil die geringe Flaschenzahl in einem boomenden Markt besonders aufmerksamer Händler bedarf. Und diese hatte Grillet über Jahre nicht. Erst Pinault rückte Grillet, wo man erst in den 1980er-Jahren die Weinberge wieder ordentlich bewirtschaftete, neu in die Scheinwerfer der Weinöffentlichkeit.

Nun kommt aber eine weitere Singularität hinzu: Auf Château Grillet keltert man seit jeher nur Weißweine und diese nur aus der dort autochthonen Sorte Viognier. Wurde dieser bei Grillet von Jefferson an bis Anfang des 20ten Jahrhunderts nur überreif geerntet und restsüß ausgebaut, setzt man heute auf trockene, elegante und im besten Sinne aristokratische Weißweine, die in großen und mittleren gebrauchten Holzfässern vollendet werden. Ein Holzcharakter ist beabsichtigt (und wird brillant umgesetzt), ein Barrique-Charakter ist hingegen unerwünscht.

Das Einzigartige trinken

Château Grillet hat seit rund vierzig Jahren seine eigene Appellation und unterhält auch eine Monopollage. Das macht die Weine von Grillet mit den Weinen des nahen Gebiets Hermitage vergleichbar. Wir von KATE&KON haben uns alle drei großen Viogniers von Grillet gesichert: den Château Grillet, den Côtes du Rhône und den Condrieu der Monopollage „La Cathery“. Wer also was wirklich Seltenes, wirklich Großes, wirklich Singuläres und wirklich Vereinnahmendes trinken will, das Tradition und Moderne vermählt, der kann das Lager plündern. Aber Obacht: Sehr viele Flaschen gibt es nicht.

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