Trio genial - Burgund aus den Anden

Das Dorf, das auch einen schönen Namen hat – in Frankreich kling halt alles gleich viel besser und bedeutender - , liegt im Burgund. Und zwar dort, wo die teuersten Weinhänge hängen; dort wo Namen wie „La Romanée darauf hinweisen, dass man im Kernland großartiger Burgunder zugegen ist.

„Comte“ (Graf) Louis-Michel Liger-Belair wohnt in einem Château, das so aussieht, wie man sich französische Châteaus vorstellt: ein langes Gebäude, einstöckig, mit einem ausgebauten Dachgeschoß, vielen Wendeltreppen und Kellergängen – ein idealer Drehort für einen Chabrol-Film.

Bei Graf Liger-Belair, mit seinen perfekt geschneiderten Kleidern und dem Weimaraner an seiner Seite, handelt es sich um einen weltgewandten Bürgerlichen, der weiß, dass man ein Erbe nicht als Geschenk, sondern als Verpflichtung begreifen muss, wenn man es erhalten will. Als ihm gelüstete, nach der Schule nach Vosne-Romanée zurückzukehren, ins Elternhaus, da ließ ihm sein Vater mitteilen, dass er ja nicht ohne önologische Ausbildung anklopfen sollte – das Abitur alleine würde nicht reichen. Also hielt sich junge Louis-Michel an den Auftrag und kam als Weinmacher auf ein Weingut zurück, das er nach seiner Übernahme vorsichtig modernisierte, ohne dabei die Tradition über den Haufen zu werfen – denn das geht in Frankreich nie.

NEUES IN DER NEUEN WELT
Im Herbst 2003 trafen sich drei Männer ähnlichen Alters - damals alle um die Dreißig - im Keller des Schloss Vosne-Romanée um aus ein paar Fässern Wein zu probieren: Louis-Michel Liger-Belair, gerade seit drei Jahren zurück am elterlichen Weingut, Francois Massoc, ein Franzose, der wenige Jahre davor in Chile Weine zu keltern begann, die international Aufmerksamkeit erregten und Pedro Parra, ein Terroir-Experte, der zu dieser Zeit zum weltweiten Berater in Sachen Böden (und was man draus macht) aufstieg.
Im diesem Keller und bei dieser Begegnung wurde spätnachts das Hirngespinst geboren, ein Weingut in Chile zu gründen, ein Weingut, das eine burgundische Handschrift haben sollte - 2003 waren in Chile nur Weine en vogue, die massiv holzlastig und wenig elegant waren. Das Trio ahnte, dass Chile, um als großes Weinland zu gelten, auch für diffizilere, delikatere Weine geradestehen müsste Die Barrique-Bomben, die den Weincharakter des Landes prägten, hatten eine endliche Karriere vor sich. Diese Ahnung war richtig.
Also beschloss man Pinot-Noir anzubauen. Aber stellte das schnell hintan, als man merkte, dass es in Chile (noch) keine Voraussetzungen für diese Drama-Queen der Trauben gäbe. Pinot-Noir wurde also verschoben - und ist jetzt für 2020 und die Jahre danach geplant - und anstelle Cabernet-Sauvignon, Chardonnay, Merlot und Syrah vorgezogen – Rebsorten, die in Chile bereits populär waren.

ARISTOCATS
Am Eigentlichen des Konzepts wurde aber nichts geändert: Es musste sich um elegante Weine handeln, bei welchen das Holz nicht im Vordergrund stehen sollte. Und das Konzept bekam einen Namen: „ARISTOS“.

Die Reben der Aristos-Weine stehen in der Region Cachapoal. Und diese steht in den Anden. Das bedeutet, dass die Weingärten auf Höhen zwischen 850 und 1100 Meter liegen. Das wieder bedeutet, dass die Tage im Sommer und Herbst heiß sind, die Nächte aber kühl. Und das wieder bedeutet, dass Frucht und Säure ein ideales Gleichgewicht finden. Gewichtig Frucht und gewichtig Säure bedeuten auch eine lange Lagerfähigkeit. Länger als lange!
Wir von KATE & KON handeln schon seit Jahren mit den Weinen von Liger-Belair für den österreichischen Markt und haben uns schon frühzeitig die Exklusivität des Handels auch der Aristos-Weine in Österreich gesichert. Nun konnten wir Aristos auch für den deutschen Markt gewinnen. Wie heißen die Weine? Und wie riechen und schmecken sie?

WAS FÜR´N WEIN?
Wein eins: „Duquesa d'A“, Chardonnay aus 2012. Ein sehr besonderer Wein. Das Holz extrem gut eingebunden, buttrig-cremig bis zum Anschlag, schönes Bitter, Mandarine, bisschen Banane, sehr exotisch, der wuchtigste Weißwein seit langem, ebenso extrem lagerfähig. Im Mund reife Ananas, wenig Mango, wenig Pfirsich, am hinteren Gaumen sehr würzig, bis hin zu leichtem Kümmel, maghrebinische Anklänge. Das ist ein extrem singulärer Chardonnay, gekeltert aus den Trauben 27 Jahre alter Reben. Und mit extrem singulär ist genau das Singuläre gemeint, das diesen Wein zum Suchtwein macht, weil man Geruch und Geschmack nirgendwo anders findet.

Wein zwei: „Baron d'A“, Gran Vin du Chili aus 2012. Eine rote Cuvée aus Cabernet-Sauvignon, Merlot und Syrah. In der Nase massiv Herzkirsche, viel Himbeere, viel Heidelbeere, gering Blaubeere. Im Mund eine extrem helle, rote Frucht. Kälter und etwas eleganter als der reinsortige Cabernet am Beginn.

Wein drei: „Duque d'A“, Gran Cabernet du Chili aus 2012. In der Nase Blaubeere, gering Cassis, etwas Hagebutte, gering Tinte, ordentlich Arabica-Espresso, weiche, kräftige Gerbstoffe, gering Herzkirsche, Gelbwurz, wenig Zitronengras, wenig Ingwer, wenig Himbeere, gering animalisch. Im Mund ein kräftig, langer Nachhall, enorm lagerfähig durch belebende, stabile Säure.

Fazit: Die Idee, den burgundischen Stil nach Chile zu tragen ist schmeckbar geglückt, wiewohl die beiden Regionen, trotz ähnlicher Bodenstruktur, massive Unterschiede zeichnen. So sind die Aristos-Weine erkennbar auch chilenische Weine aus höherer Lage, Weine, die massiv Frucht und Säure transportieren. Die Önologie hier ist sicher singulär zu nennen, vor allem der Chardonnay kennt weltweit wahrscheinlich nichts vergleichbares. Und für so viel Singularität sind die Preise immer noch moderat. So muss neue Welt. Sie kommt dabei um Frankreich nicht umhin.

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